Warum Wärmecontracting in der Industrie anders ist als im Wohnbau
In der Produktion entscheidet nicht die Heizlast am kältesten Tag, sondern der Lastgang: Prozesse laufen im Schichtbetrieb, brauchen Wärme auf mehreren Temperaturniveaus und werfen oft selbst Abwärme ab, die ungenutzt über das Dach geht. Ein Erdgaskessel deckt das alles mit einem Gerät ab – teuer, CO₂-intensiv und mit dem europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr ab 2028 zusätzlich mit steigenden Zertifikatpreisen belastet.
Energiecontracting für Wärme heißt deshalb bei Rent Your Energy: Wir analysieren Lastgang, Temperaturniveaus und Abwärmequellen, legen ein Erzeugerkonzept aus mehreren Bausteinen aus und betreiben es über die Vertragslaufzeit. Sie beziehen Wärme an definierten Übergabestellen, gemessen mit geeichten Wärmemengenzählern, und zahlen Grundpreis plus Arbeitspreis.
Technologien, die wir im Wärmecontracting einsetzen
Für Raumwärme und Niedertemperaturprozesse bis etwa 70 °C sind Großwärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln die erste Wahl – als Luft-Wasser-Anlage oder mit Abwärme, Grundwasser oder Kühlwasser als Quelle. Hochtemperaturwärmepumpen erreichen heute 100 bis 150 °C und ersetzen Dampf- und Heißwasserkessel in Trocknung, Reinigung und Lebensmittelverarbeitung. Wo Biomasse regional verfügbar ist, ergänzen Hackschnitzel- oder Pelletkessel die Grundlast; Elektrodenkessel und Wärmespeicher fangen Spitzen ab und nutzen günstige Strompreise.
Abwärme aus Druckluft, Kälteanlagen, Öfen und Abgasen ist meist die günstigste Wärmequelle am Standort – sie ist bereits bezahlt. Ihre Einbindung über Wärmepumpen oder Wärmerückgewinnung senkt den Arbeitspreis der gelieferten Wärme direkt.
- Großwärmepumpen (Luft, Abwärme, Grundwasser) bis 70 °C, Hochtemperatur-Wärmepumpen bis 150 °C
- Abwärmenutzung aus Druckluft, Kälte, Öfen und Abluft
- Biomassekessel für Grundlast, Elektrodenkessel und Speicher für Spitzen
- Hybridlösungen mit Bestandskessel als Redundanz
Was der Wärmeliefervertrag regelt
Rent Your Energy errichtet die Anlage auf eigene Rechnung, bleibt Eigentümer und trägt Wartung, Instandhaltung, Versicherung, Fernüberwachung und Störungsdienst. Der Wärmepreis besteht aus einem jährlichen Grundpreis für Kapital, Betrieb und Abrechnung und einem Arbeitspreis je gelieferter Kilowattstunde; beide werden jährlich über veröffentlichte Indizes angepasst – Kosten- und Marktelement, nicht Ermessen. Laufzeiten liegen typischerweise bei zehn bis fünfzehn Jahren, am Ende steht die Übernahme zum Restwert, die Verlängerung oder der Rückbau.
Förderung beantragen wir selbst: Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) für Prozesswärme aus erneuerbaren Energien, KWKG für Kraft-Wärme-Kopplung, BEW für Wärmenetze. Bis zum Bescheid gilt ein Backup-Preis, danach wird rückwirkend verrechnet.
Für wen sich Prozesswärme-Contracting rechnet
Standorte mit einem Wärmebedarf ab rund zwei Gigawattstunden im Jahr, mehr als 4.000 Betriebsstunden und Temperaturniveaus unter 150 °C sind die klassischen Kandidaten: Lebensmittel- und Getränkeproduktion, Kunststoffverarbeitung, Oberflächentechnik, Wäschereien, Logistik- und Gewerbeimmobilien mit Hallenheizung. Je höher der Gasverbrauch heute, desto größer der Hebel aus Wärmepumpe und Abwärme.
Ob Ihr Standort dazugehört, klären wir mit einer Ersteinschätzung aus Ihren Verbrauchsdaten – Gasabrechnung und, falls vorhanden, Lastgang genügen. Antwort innerhalb von zwei Werktagen.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Was kostet Prozesswärme im Contracting?+
Der Wärmepreis wird als Grundpreis pro Jahr plus Arbeitspreis je kWh ausgewiesen und hängt von Wärmemenge, Temperaturniveau, Technik und Förderung ab. Ziel ist ein Vollkostenpreis unterhalb Ihres heutigen Gaspreises inklusive CO₂-Kosten, Wartung und Rückstellungen.
Können wir den bestehenden Gaskessel behalten?+
Ja – als Redundanz und Spitzenlast. Hybridkonzepte sichern die Versorgung und senken die Investition; die Grundlast übernimmt die Wärmepumpe.
Wer betreibt die Anlage im Schichtbetrieb?+
Rent Your Energy: Fernüberwachung rund um die Uhr, Wartung nach Herstellervorgaben, Störungsdienst mit vertraglich vereinbarten Reaktionszeiten. Ihr Personal muss nichts bedienen.